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Salzburger Nachrichten, 23. August 2003 – Zugewinn für Salzburg

...Über das Kunstprojekt der Salzburg Foundation und seine Sponsoren

Der Iglu von dem italienischen Künstler Mario Merz ist nach Anselm Kiefers „Gedenkstätte“ mit dem Titel „AEIOU“ im Furtwänglerpark das zweite Kunstwerk, das von der Salzburg Foundation der Stadt übergeben worden ist. Das Projekt ist für zehn Jahre angelegt, in jedem Jahr soll ein Kunstwerk hinzukommen.

Die kulturpolitische Bedeutung des Vorhabens steht außer Frage, denn Salzburg gewinnt eine Reihe von Kunstwerken höchsten Ranges hinzu. Bei der Wahl der Künstler, die nach Salzburg eingeladen werden, wird von den größten Namen ausgegangen. War es im Vorjahr, anhand des Werks von Anselm Kiefer noch schwierig, das Gesamtvorhaben zu erklären, ist es nun, da auch der Iglu von Mario Merz fertig gestellt ist, einfacher, denn es zeichnet sich ab, dass es in Salzburg nach zehn Jahren ein Netzwerk der zeitgenössischen Kunst geben wird. 

Die aufwendigen Mittel sind von privater Hand

Oft wird man gefragt, wer denn das Geld dafür gibt und welche Bewandtnis es mit der Salzburg Foundation hat. Diese Fragen beantworten in einem SN-Gespräch der Präsident der Salzburg Foundation, Vizebürgermeister Karl Gollegger, und Wulf Matthias, Vorstandsmitglied der Credit Suisse, die im Fall von Mario Merz der Hauptsponsor gewesen ist. Für die große Kunstaktion wird kein öffentliches Geld aufgewendet, es engagieren sich ausschließlich private Geldgeber. Wulf Matthias gehört dem Präsidium der Stiftung an. Das Motiv für das große Interesse an Salzburg ist, wie er sagt, einfach. Die Schönheit der Stadt ist evident und der Ort ist für ergiebige Begegnungen sehr interessant. Das Projekt mit den Künstlern dient dazu, an die Salzburger Tradition anzuknüpfen, an eine Zeit, als Architektur und Kunst hier einen hohen Rang hatten. Es täte der Stadt gut, mit dem Hollein-Projekt eines Museums im Berg der bildenden Kunst mehr Gewicht zu geben.

Matthias war maßgeblich am Start der Salzburg Foundation beteiligt. Er ist für die Credit Suisse Deutschland in Frankfurt tätig und sein Institut sowie er persönlich sind eng mit der Stiftung Kunst und Kultur in Bonn verbunden. Es ist dies ein Kreis von Kunstinteressierten, Sammlern zumal, die sich intensiv mit ihrem Thema beschäftigen. Der Vorstand der Stiftung, Walter Smerling, ist der künstlerische Leiter des Salzburger Kunstprojektes. 

Kunstprojekt mit überregionalem Anspruch

Auch der Beirat (Michael Auping, Chefredakteur des Modern Art Museum, Forth Worth in Texas, Daniel Eccher, Direktor MACRO, Rom, Lórand Hegyi, Neapel/Mailand) ist so besetzt, dass internationales Niveau gewährleistet ist.

Es habe sich bewährt, dass für das jeweilige Kunstwerk ein einziger Sponsor tätig wird, weil das die Organisation vereinfacht und eine intensivere Beziehung zwischen dem Sponsor und dem kreativen Prozess entsteht.

Das Kunstprojekt wird inzwischen schon sehr lebhaft wahrgenommen. Das Interesse kommt vor allem von auswärts. Am Ort selbst ist die Akzeptanz zwar gegeben, doch wird noch zu wenig erkannt. Wie großzügig die Initiative der Salzburg Foundation ist und wie groß die positiven Effekte für die Stadt sind. Die Organisatoren können aber sicher sein, dass die Wertschätzung von Jahr zu Jahr, je größer die internationale Beachtung wird, zunimmt.

Das Kunstprojekt wird von einer Buchpublikation begleitet werden und schon jetzt existiert ein Folder, der von Jahr zu Jahr ergänzt werden wird.

Werner Thuswaldner