|
Die kulturpolitische Bedeutung des Vorhabens steht
außer Frage, denn Salzburg gewinnt eine Reihe von Kunstwerken höchsten
Ranges hinzu. Bei der Wahl der Künstler, die nach Salzburg eingeladen
werden, wird von den größten Namen ausgegangen. War es im Vorjahr,
anhand des Werks von Anselm Kiefer noch schwierig, das Gesamtvorhaben
zu erklären, ist es nun, da auch der Iglu von Mario Merz fertig
gestellt ist, einfacher, denn es zeichnet sich ab, dass es in Salzburg
nach zehn Jahren ein Netzwerk der zeitgenössischen Kunst geben wird.
Die aufwendigen Mittel sind von privater Hand
Oft wird man gefragt, wer denn das Geld dafür gibt
und welche Bewandtnis es mit der Salzburg Foundation hat. Diese Fragen
beantworten in einem SN-Gespräch der Präsident der Salzburg Foundation,
Vizebürgermeister Karl Gollegger, und Wulf Matthias, Vorstandsmitglied
der Credit Suisse, die im Fall von Mario Merz der Hauptsponsor gewesen
ist. Für die große Kunstaktion wird kein öffentliches Geld aufgewendet,
es engagieren sich ausschließlich private Geldgeber. Wulf Matthias
gehört dem Präsidium der Stiftung an. Das Motiv für das große Interesse
an Salzburg ist, wie er sagt, einfach. Die Schönheit der Stadt ist
evident und der Ort ist für ergiebige Begegnungen sehr interessant. Das
Projekt mit den Künstlern dient dazu, an die Salzburger Tradition
anzuknüpfen, an eine Zeit, als Architektur und Kunst hier einen hohen
Rang hatten. Es täte der Stadt gut, mit dem Hollein-Projekt eines
Museums im Berg der bildenden Kunst mehr Gewicht zu geben.
Matthias war maßgeblich am Start der Salzburg
Foundation beteiligt. Er ist für die Credit Suisse Deutschland in
Frankfurt tätig und sein Institut sowie er persönlich sind eng mit der
Stiftung Kunst und Kultur in Bonn verbunden. Es ist dies ein Kreis von
Kunstinteressierten, Sammlern zumal, die sich intensiv mit ihrem Thema
beschäftigen. Der Vorstand der Stiftung, Walter Smerling, ist der
künstlerische Leiter des Salzburger Kunstprojektes.
Kunstprojekt mit überregionalem Anspruch
Auch der Beirat (Michael Auping, Chefredakteur des
Modern Art Museum, Forth Worth in Texas, Daniel Eccher, Direktor MACRO,
Rom, Lórand Hegyi, Neapel/Mailand) ist so besetzt, dass internationales
Niveau gewährleistet ist.
Es habe sich bewährt, dass für das jeweilige
Kunstwerk ein einziger Sponsor tätig wird, weil das die Organisation
vereinfacht und eine intensivere Beziehung zwischen dem Sponsor und dem
kreativen Prozess entsteht.
Das Kunstprojekt wird inzwischen schon sehr lebhaft
wahrgenommen. Das Interesse kommt vor allem von auswärts. Am Ort selbst
ist die Akzeptanz zwar gegeben, doch wird noch zu wenig erkannt. Wie
großzügig die Initiative der Salzburg Foundation ist und wie groß die
positiven Effekte für die Stadt sind. Die Organisatoren können aber
sicher sein, dass die Wertschätzung von Jahr zu Jahr, je größer die
internationale Beachtung wird, zunimmt.
Das Kunstprojekt wird von einer Buchpublikation
begleitet werden und schon jetzt existiert ein Folder, der von Jahr zu
Jahr ergänzt werden wird.
Werner Thuswaldner
|