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Für
die Spuren der modernen Kunst in der Stadt Salzburg sorgt die Salzburg
Foundation. Jüngstes Beispiel ist ein Iglu von Mario Merz.
Die Salzburg Foundation verwirklicht ein
Kunstprojekt mit nachhaltiger Wirkung. Sie lädt in einem auf mehrere
Jahre hin angelegten Programm Künstler ein, die in der Stadt Salzburg
ein Zeichen setzen. Dies geschieht ohne öffentliches Geld. Den Anfang
hatte im Vorjahr der Deutsche Anselm Kiefer gemacht, der im
Furtwänglerpark eine Art Gedenkraum schuf. Nun wurde der Öffentlichkeit
das zweite Kunstwerk übergeben. Der Italiener Mario Merz hatte sich
einen Platz auf dem Mönchsberg ausgesucht. „Mario Merz im Wald“ heißt
der untertreibende Titel seines Werks. Es ist ein diskreter Iglu, der
aus zwölf halbrunden Stahlstäben besteht, auf denen 21 kleine Schilder
mit Zahlen in Leuchtschrift befestigt sind.
Der Standort befindet sich in einer Senke nahe dem
Aussichtspunkt neben dem Wasserturm. Er ist sehr klug gewählt und
unterstreicht den zurückhaltenden Auftritt des Künstlers. Als sanfte
Irritation steht sein Werk, halb verdeckt durch Bäume und Büsche, neben
einem Fußweg, der daran vorbei führt. Vom genannten Aussichtspunkt aus
bietet sich ja ein denkwürdiger Blick hinunter auf die Altstadt und auf
die Kuppeln der Kirchen. Von dort aus ist auch der Iglu von Mario Merz
gut zu sehen. Er erscheint wie ein zurückhaltender Reflex auf diese
Kuppellandschaft.
Die „Konstruktion“, das künstlerische Gebilde,
verbindet sich harmonisch mit der Natur. Der Iglu bildet bei all seiner
Transparenz einen magischen und zugleich bergenden Ort. Der Zahlenreihe
liegt ein bestimmtes Prinzip zu Grunde. Findigen Beobachtern wird die
Enträtselung leicht fallen. Dies ist allerdings keine Vorbedingung, um
das Kunstwerk zu „verstehen“. Jeder kann mit seinen persönlichen
Assoziationen an eine Betrachtung heran gehen.
Merz, Jahrgang 1925, dessen Arbeiten in vielen
internationalen Sammlungen vertreten sind, wurde erst kürzlich in Japan
mit dem „Premium Imperiale“ ausgezeichnet, der einen Stellenwert wie
der Nobelpreis hat. Die Reihe der Salzburg Foundation wird im nächsten
Jahr fortgesetzt. Welche Künstlerin oder welcher Künstler dazu
eingeladen werden wird, soll im September bekannt gegeben werden.
Konkrete Gespräche wurden darüber bereits geführt.
Das Kunstwerk von Anselm Kiefer im Furtwänglerpark
gilt inzwischen als Geheimtipp, der international unter Kunstfreunden
gehandelt wird. Im Lauf der Jahre sollen noch weitere Punkte in der
Stadt Salzburg künstlerisch „markiert“ werden.
Werner Thuswaldner
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