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Im Vorjahr wurde von einer frisch gegründeten
„Salzburg Foundation“ angekündigt, man werde bedeutende Kunstwerke für
die Stadt Salzburg in Auftrag geben. Damals war es nicht einfach, sich
vorzustellen, was daraus werden würde. Jetzt stellt sich heraus, dass
dies eine sehr ernsthafte Initiative ist. Für das erste Projekt ist
Anselm Kiefer gewonnen worden, ein Künstler, der weltweit zu den
angesehensten gehört. Am Donnerstag wurde das erste Kunstwerk der
Öffentlichkeit vorgestellt: Im Furtwänglerpark gegenüber den
Festspielhäusern, steht ein einfaches Bauwerk, zehn Meter lang,
sechseinhalb Meter breit und sieben Meter hoch.
Im Inneren – Licht fällt von oben herein und auch
durch die hohe Glastüre – befindet sich an der einen Wand ein
monumentales Gemälde Kiefers, eines, das zur Serie seiner
Urlandschaften gehört – zugleich suggeriert es mit seinen bedrohlichen
Stacheldrahtauswüchsen auch eine Endzeit.
Kiefer hatte auch einen anderen Vorschlag gemacht:
Für den Abhang des Mönchsbergs sah er eine zusammenstürzende Treppe
vor, eine Treppe, die an den Gang durch verschiedene Himmelspaläste
erinnern sollte. Auch dieses Projekt bereitete er auf seinem Gelände –
einer einstigen Seidenspinnerei – vor. Wegen der zu erwartenden
Schwierigkeiten bei der Verwirklichung entschied man sich anders.
Vizebürgermeister Gollegger sagte als Vorsitzender
der Salzburg Foundation, dass die Kunstaktion an ihrem Anfang stehe. In
den nächsten Jahren sollen weitere, von dieser Stiftung finanzierte
Kunstwerke hinzu kommen. Die Auswahl trifft ein internationales
Kuratorium (Danilo Eccher, Direktor des Museums MACRO in Rom, Lóránd
Hegyi, ehemaliger Direktor des Museums für moderne Kunst in Wien, und
Michael Aupring, Chefkurator des Museums Fort Worth, USA). Gollegger
sieht darin einen entscheidenden Zugewinn für Salzburg. Salzburgs
Bedeutung als Stadt der Kunst soll damit betont werden. Die Kunstwerke
möchte er als Meilensteine auf dem Weg zur Verwirklichung des
„Kunstzentrums Mönchsberg“ sehen.
Werner Thuswaldner
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